Ich erblickte in den sechziger Jahren in Recklinghausen (Ruhrpott NRW) das Licht der Welt. Schon in meiner turbulenten Kindheit war klar, meine große Leidenschaft gilt der Musik. Doch der Weg zum Sänger wurde eher zufällig geebnet. In den Jahren 1992 bis 1998 tauchte ich spaßeshalber bei zahlreichen Talentwettbewerben in ganz Nordrhein-Westfalen auf, wo ich überraschenderweise vordere Plätze belegte.
Motiviert folgten dann unzählige Straßen- und Diskothekenauftritte sowie auch zahlreiche private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage usw., die ich teils mit organisierte. Im Jahre 1993 hatte ich mich dann beim WDR in Köln für die Vorentscheidung - Songs im Saloon - ausgelaufene Rudi-Carell-Show - als Sänger beworben und mich sofort qualifiziert. Obwohl ich mich mit mindestens 10 Titeln beworben hatte, musste ich Bernd Clüver (was ja nicht verkehrt war) imitieren mit einer seiner größten Hits "Das mit Dir könnte geh`n", was wohl von meiner Stimmlage genau passte (jetzt war es soweit, ich würde ein Staaaaar werden und träumte von einer eigenen Karriere). Ich wurde zum WDR eingeladen und bekam sogar 100,00 DM Fahrgeld und die Gelegenheit, mich am großen Buffet-Tisch satt zu essen, was ich dann auch tat (hehe). Mit vollem Bauch nahm ich an dem großen Fernsehcasting teil, wo mich mindestens drei Fernsehkameras mit dem zuständigen Regisseur beobachteten, wie ich mir meine Kehle heraussang. Ich ging zu meinem Stylisten, der mich schon fragend überall suchte - ich mich ihm aber freiwillig stellte - (lach). Er fing dann an, an mir rumzuzerren, mir meinen Kopfumfang zu messen und wie und was ich denn anziehen müsste, damit ich auch genau wie Bernd Clüver aussah (Schock). Der Typ will mich wie Bernd Clüver verkleiden und mir auch noch eine Perücke verpassen ??? Ich schaute mich kurz um und wie ein Blitzschlag wurde mir bewusst, dass ich das, was ich jetzt mache, eigentlich gar nicht will (schwitz). Ich überlegte kurz - gab meinen Mitstreitern eine leises "und tschüss" und war heilfroh, dass ich mich nicht vor einem Millionenpublikum zum Deppen der Nation machen musste (Schreck).
Erleichtert, aber auch ein bisschen von Selbstzweifeln betrübt, ging ich meinen Weg und sang mal hier und mal dort und überall. Im Laufe der Jahre lernte ich zwangsläufig auch Produzenten und Manager kennen, die mir eine große Karriere versprachen und mir Platten- und Managementverträge anboten, die ich aber bewusst ablehnte, da mir diese Verträge laut meines Anwaltes, nicht immer seri�s erschienen (aha). Außerdem wollte ich mir auch immer selbst treu bleiben und nur das singen, womit ich mich auf der Bühne identifizieren konnte. Voller Zorn ging ich meinen Weg allein weiter und lernte 1998 durch einen Zufall einen bekannten Produzenten kennen, der mit mir eine CD produzierte mit dem Titel "Davon geht die Welt nicht unter", die dann bei Radiostationen vorgestellt wurde und auch auf Anhieb - ja fast täglich - im Radio zu hören war (Stolz). Mein Produzent war erstaunt, dass ich überhaupt von Radiosendern angenommen wurde, was nicht gerade üblich war (ohne Plattenvertrag). Euphorisch und voller Tatendrang rief ich nach diesem Erfolg meinen Produzenten an und fragte, ob er nicht noch eine CD mit mir produzieren wolle und er bejahte das auch mit der Bemerkung, dass ich für jede weitere Produktion bezahlen müsste, um Karriere zu machen (ich verstand die Welt nicht mehr und mein Selbstbewusstsein war auf Anhieb zerstört - brech -). Niedergeschlagen trennte ich mich dann von diesem Produzenten und wollte ab sofort mit der ganzen Showbranche nichts mehr zu tun haben.
Es vergingen ca. zwei Jahre, bis ich mich von diesem Schock erholt hatte und bewarb mich im Jahre 2000 bei der Internationalen Show-Trophäe im Saaltheater Geulen in Aachen, wo schon so mancher heute bekannte Künstler, wie z.B. Neil Diamond, Roger Whittaker, Wolfgang Petry, Udo Jürgens, etc. ihre Karriere starteten und habe mich auf Anhieb unter 417 Bewerbern aus ganz Europa und sogar auch aus den USA qualifiziert, sang, machte einen relativ guten Platz und gehöre laut Urkunde zu den 14 besten Künstlern des Wettbewerbes im internationalen Showgeschäft (was ich für total übertrieben hielt). Bewertet wurde u. a. Ausdruckskraft, Inhalt, Show, Gesang und Bewegung.
Nach diesem Erfolg bot mir endlich eine seriöse Plattenfirma einen Künstlerexklusivvertrag (Plattenvertrag) an, ohne dass ich Eigenkapital erbringen musste, die sich mir gegenüber verpflichtete, 4 Singles und ein Album pro Jahr aufzunehmen, um mich auf dem Musikmarkt zu präsentieren (endlich). Auch ich hatte Verpflichtungen gegenüber meiner Plattenfirma und zwar im Fernsehen aufzutreten, was ich ja dann auch wollte, um erfolgreich zu sein. Ich unterschrieb ohne lange zu zögern diesen Vertrag,( der heute an meiner Wohnzimmerwand hängt).
Voller Tatendrang lernte ich meine Titel, die die Plattenfirma für mich im Vorfeld schon produzierte und mir zusandte und konnte es nicht erwarten, sie im Tonstudio bei Frankfurt/Main, wo auch der Sitz meiner Plattenfirma war, einzusingen. Zwei Monate später musste ich dann aus gesundheitlichen Gründen von diesem Plattenvertrag zurücktreten, was ich dann auch mit sehr schwerem Herzen tat. (Es kommt halt immer anders im Leben, als man denkt!!!)
Somit war meine Karriere als Sänger in der Öffentlichkeit beendet, bis ich mich im Jahre 2003 entschloss, für andere Künstler zu komponieren und zu schreiben. Seitdem habe ich viele Titel selbst geschrieben und komponiert. Einen Titel musste ich dann doch noch auf eigene Faust produzieren, einsingen und veröffentlichen (ganz ohne geht dann doch nicht). Dieser Titel wurde 2003 von einer kleinen Plattenfirma vermarktet und es wurden bisher über 3500 Tonträger vertrieben (immerhin).
Somit ist ein neuer Komponist und Textschreiber geboren, der sich nun mehr der Hintergrundarbeit widmet im Bereich Filmmusik, Schlager/Pop.
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geschrieben am 10.11.2004
Mario Schneider